"Frauentags Ende oder die Rückkehr nach Ubliaduh"
„I knew a wonderful Princess in the land of Oobliadooh…“, Dizzie Gillespie leiht der Sehnsucht der beiden Freunde Peter Arlecq und Klaus Paasch Text und Musik, was die Prinzessin anlangt und das Land auch. Beide haben sie im Leipzig der späten 50er Jahre studiert; Romanistik der eine, Zahnmedizin der andere. Mithilfe von Jazz, Westbüchern und Mädchen versuchten sie, Rumtreiber und Sympathisanten jeder Art, ihrem fahnengeschmückten Vaterland eine Nase zu drehen; dann ließen sie den Aufbau des Sozialismus im Stich. Indes fanden sie auch das Auffanglager Marienfelde, trotz besserer Zigaretten, nicht gut zum Aushalten, so dass die Zukunft sie einholte, unter anderem in Gestalt ihrer Ehefrauen und der Kinder, die sie früher kriegten als geplant. Man stelle sich vor, dass die beiden berüchtigten Bohemiens made in GDR Anfang der 80er Jahre (nachdem sie zwar nicht Oobliadooh, jedoch ihren Platz im Leben gefunden hatten) eben diese Ehefrauen kurzerhand ins Jenseits beförderten, was ihnen Bautzen und später eine kleine Befreiung einbrachte. Silvester 1989 sitzen sie wieder in Leipzig und denken zurück.
MDR 1995, Regie: Wolfgang Rindfleisch, Text: Fritz Rudolf Fries, Mit Winfried Glatzeder, Manfred Krug, Franziska Troegner, Eberhard Esche u. a.

